Abschied

Bei der Abfahrt in Tulcea hatten wir zwar schon vereinzelt Schnee auf den Dächern gesehen, nach einigen Kilometern würde es jedoch ein richtiger Schneesturm. Die Folge war eine gesperrte Straße, ein umgefallener Transporter und liegen gebliebene LKWs und Autos. Nach 6 Stunden nicht enden wollender Fahrt haben wir nach insgesamt 3000 km die Hauptstadt Bukarest erreicht. Der Stadtverkehr war ein letzter Nervenkitzel.

Als letzter Programmpunkt stand der Verkauf der drei Autos an, weshalb wir den größten Autohandelsplatz inBukarest angesteuert haben. Nach anfänglichem Desinteresse haben sich Schluss endlich beängstigend viele Menschen um unsere Autos versammelt. Und schmerzlich konnten wir die Schlüssel gegen einen Stapel Lei Tauschen. 

Am Nullpunkt angekommen 

Der Morgen beginnt mit starkem Regen und die Suche nach einem Boot das uns an das Ende (bzw. Anfang) der Donau bringt, gestaltet sich als schwierig. Nach einigem Suchen finden wir doch noch einen mutigen Kapitän , der uns nach Sulina bringt. Nach einer holprigen Fahrt durch das Donaudelta mit interessanten Eindrücken kommen wir bei strömendem Regen und 2 Meter Wellen am offiziellen Nullpunkt der Donau an. Wir laufen noch kurz durch Sulina zum alten Leuchtturm, der durch die Ausdehnung (2 Tonnen Sediment pro Sekunde) des Deltas inzwischen mitten im Ort liegt. Danach noch ein Slibowitz zum Aufwärmen in der lokalen Bar und zurück geht es mit 50 km/h durch den Sulinakanal nach Tulcea. Hier haben mittlerweile auch die Temperaturen den Nullpunkt erreicht und ein ausgewachsener Schneesturm tobt über der Stadt. 

Zurück in Rumänien 

Nach einer Nacht auf durchgelegenen Federkernmatratzen sind wir in Silistra über die Grenze und mit der Fähre auf die andere Seite der Donau. Von da aus ging es weiter über Fetesti entlang an einer schönen Donaustraße Richtung Norden. Kurzer Kaffeestopp in Harsova und dann über schnurgerade Straßen nach Tulcea das wir nun nach 2700km erreicht haben. Von hier aus geht es nur noch mit dem Boot durchs Delta bis nach Sulina. Suche nach einem Boot auf morgen verschoben. Übernachtung im Hotel Delta 3. Der Spa Bereich ist ein willkommener Kontrast zu den letzten 10 Tagen im Auto. 

Bulgaria

Nach einer verregneten Nachtschafften wir es nach mehreren Versuchdn von unsrem Übernachtungsplatz auf die Hauptstraße (Heckantrieb ist nur manchmal cool). Der Wegführte uns über sanfte Hügel und Täler. Frühstück in einem kleinen Dorf zusammen mit Schulkindern. Übliches Pausenbrot: Toastbrot mit Ketchup und Mayo. Wir wollten das AKW Belene (siehe Wikipedia) besichtigen, dies war leider nicht möglich, da dort inzwischen ein Gaskraftwerk gebaut wird. Die geplanten Dimensionen lassen sich anhand der vorhandenen Infrastruktur erahnen. Weiterfahrt nach Silistra mit kurzem Zeischenstopp in Ruse. Die Straßensindplötzlich  erstaunlich gut und fast schon einschläfernd. Suche nach einen Restaurant in Silistra gestaltet sich als schwierig. 

Länderhopping

In der Hoffnung dem tristen Wetter und der scheinbaren Tristesse in Rumänien zu entkommen, haben wir uns entschlossen in ein südliches Land zu fahren. Demzufolge sind wir jetzt in Bulgarien. Unsere Hoffnung hat sich in beiden Punkten nur zum Teil erfüllt. Von Vidin (Brücke mit Grenzübergang) ging es durch sehr sxhöne Landschaft Bergauf und Bergab. Über 1001 Schlaglöcher weiter Richtung Schwarzes Meer. Nach langer Fahrt haben wir uns in die Büsche geschlagen. In der Ferne hört man Wölfe oder Hunde heulen. Wir hoffen auf eine ruhige Nacht ohne Störungen. 

Ostersonntag 

Durch das Eiserne Tor nach Rumänien

Der Weg führt weiter an steilen Hängen durch das Eiserne Tor. Bis sich vor dem Staudamm Derdap I wieder öffnet. Über die Staumauer geht es auf die rumänische Seite und in die kleine Stadt Turnu Severin. Nach einigen Versuchen machen wir einen Treffpunkt mit Matthias, einem rumänischen Freund von Matthhias, aus und fahren dann gemeinsam in ein kleines Dorf. Dort wartet schon die ganze Familie mit gedecktem Tisch und hausgemachtem Schnaps. Nach zwei, drei Gläsern Schnaps lockert sich die Stimmung und wir verbringen den Ostersonntag mit einer rumänischen Familie.

15.4.

Mit einigen Schwierigkeiten haben wir schließlich den Weg aus Belgrad heraus gefunden. Die Straßen sind inzwischen merklich schlechter und der Verkehr rau. Durch Obst- und Weinfelder geht es durch hügelige Landschaft entlang der Donau. Kurz nach der Burg Golubac finden wir einen schönen Platz. Bisher der schönste Übernachtungsplatz. Jakob fischt einen beachtlichen Zander fürs Abendessen!

Der Fluss ist jetzt eng zwischen den Bergen. Beeindruckende Landschaft. 

Novi Sad und Belgrad

Am Karfreitag ging es weiter nach Novi Sad. Schlendern durch die Altstadt und über die (wieder vorhandene) Donaubrücke zur Burg Petrovaradin. Von dort hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt und die Donau. Novi Sad wurde 1999 von der NATO bombardiert und alle Donaubrücken, Wasserversorgung und weitere Infrastruktur zerstört. Bei der Weiterfahrt nach Belgrad werden die Straßen zunehmend schlechter. 

Einfahrt bei Belgrad bei traumhaften Wetter. Ein netter Taxifahrer führt uns zum  von uns gesuchten Hostel. Zu Fuß erkunden wir Belgrad. Auch hier gibt es eine Burganlage zu besichtigen. Von hier sieht man die Savemündung sowie den Großteil der Stadt. Leckeres Essen in einem guten serbischen Restaurant. 

Novi Sad


Belgrad